Blaues Licht ohne Einsatz? Das steckt hinter dem neuen Präsenzlicht der Polizei
Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem blauem Licht – da denkt man zunächst an einen Einsatz. Doch seit Mai 2026 kann einem in Hamburg auch ein Streifenwagen begegnen, dessen blaues Licht dauerhaft leuchtet, ohne zu blinken. Und nein: Das ist kein verspäteter Aprilscherz. 😉
Die Polizei Hamburg hat am 19. Mai 2026 als erste Polizei in Deutschland das sogenannte Polizeiliche Präsenzlicht (PPL) eingeführt. Dabei handelt es sich um ein gleichmäßig leuchtendes blaues LED-Licht im Blaulichtbalken der Streifenwagen. Es leuchtet mit rund 30 Prozent der normalen Intensität und schaltet sich automatisch ein, sobald der Streifenwagen losfährt.
Muss ich jetzt Platz machen?
Nein. Das Präsenzlicht ist kein Einsatzsignal und fordert keine Reaktion der anderen Verkehrsteilnehmer.
Bei einem Einsatz bleibt alles wie gewohnt: Das deutlich hellere und pulsierende Blaulicht sowie gegebenenfalls das Einsatzhorn zeigen an, dass es sich um eine Einsatzfahrt handelt. Das neue Präsenzlicht ist dagegen lediglich eine zusätzliche Beleuchtung und bringt weder besondere Rechte für die Polizei noch Pflichten für andere Verkehrsteilnehmer mit sich.
Muss die Polizei unauffällig unterwegs sein, kann das Präsenzlicht außerdem manuell ausgeschaltet werden.
Warum gibt es das Präsenzlicht?
Durch das dauerhafte Licht sollen Streifenwagen im Straßenbild schneller wahrgenommen werden und die sichtbare Polizeipräsenz erhöht werden. Damit soll zugleich das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt werden.
Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Vergleichbare Systeme sind bereits aus anderen Ländern bekannt, darunter Frankreich, Spanien und die USA.
Und bei uns in NRW?
Bislang gibt es keine konkreten Pläne, das Polizeiliche Präsenzlicht auch bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen einzuführen. Das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste verfolgt das Hamburger Projekt allerdings nach eigenen Angaben mit Interesse.
Sollte einem das dauerhaft leuchtende blaue Licht also irgendwann im Urlaub, bei einem Hamburg-Besuch – oder vielleicht eines Tages auch bei uns – begegnen, ist zumindest schon einmal klar, was dahintersteckt.
Weitere Informationen gibt es direkt bei der Polizei Hamburg.
Mit Infos der Polizei Hamburg und weiteren Quellen
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